Theaterpädagogisches Zentrum der Emsländischen Landschaft e.V.

Einladung zum Fachforum des 14. Internationalen Festes der Puppen 2011

22.–24. September

Theater von Anfang an so hieß ein Bildungsprojekt für Theater mit den Allerjüngsten, das 2006 vom Kinder und Jugendtheaterzentrum der BRD ins Leben gerufen wurde. Theaterkünstler, Wissenschaftler und Politiker in Deutschland kümmerten sich nun um das Theater mit den Allerkleinsten. Dabei ist das Puppentheater seit Jahrhunderten in Europa ein Theatersynonym für Kinder, besser noch für ein generationsübergreifendes Theater. Bisweilen als naiv verschrien, oft gelobt und fast immer bewundert. Ein Teil dieser europäischen Tradition ist gewachsenes Kindertheater, aber was kann es heute noch zur ästhetischen Bildung, was etwa zur Unterhaltung neben den multimedialen Einflüssen im Kinderzimmer der 0-6 jährigen beitragen?

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„Figurentheaterkunst und ästhetische Bildung für die ganz Kleinen“

Das diese Altersstufe in den Blickpunkt der Theatermacher vor allem aus der freien Szene gerät, ist sicher ein großes Glück für das Kinder und Jugendtheater. Noch vor 15 Jahren war es gänzlich unüblich, dass vor allem die Allerjüngsten ins Theater gingen. Das Fachforum des Internationalen Puppentheaterfestivals Lingen 2011 möchte erstmals explizit aus der Sicht des Puppen/Figurentheaters über Bedingungen, Spielweisen und Wirkungsästhetik und eigene Möglichkeiten diskutieren. Eingeladen sind Puppenspieler, Pädagogen, Medienwissenschaftler, Theaterpädagogen und Theatermacher, die mit dem Medium sowohl praktisch wie theoretisch arbeiten.

Brauchen Kinder dieses Alters Kunst und Theater und wenn ja was für eines? Eine oft gestellte Frage zu Bildungsinhalten in der Vorschulpädagogik nach der neuaufgeflammten Bildungsdebatte im Anschluss an den Pisaschock. Wie kann also ein Theater für die Allerkleinsten beschaffen sein! Die Skepsis von Eltern, Erziehern, Theatermachern für ein solches Theater erschien anfangs groß. Welche Themen kann es behandeln? Wie soll es mit den Kindern interagieren ohne etwa dezidiert pädagogisch zu erscheinen? Helfen hier wissenschaftliche Untersuchungen zur Rezeptionsästhetik der Allerjüngsten?

Die Fachgespräche sollen sich in drei grundsätzlich miteinander verbundene Themen gliedern. Zu jedem Thema wird es einen Fachvortrag geben.

Erstes Thema

Jüngste Entwicklungen, Formen und Aktualität des Theaters für die Allerkleinsten Es gibt sie die funktionierenden Beispiele aus Bologna oder Paris, wo Pädagogen und Theatermacher bereits Anfang der 90er die Relevanz eines Theaters mit Vorschulkindern entdeckten.

Zweites Thema

Theater-/musik-/kunstpädagogische Überlegungen und Arbeitsansätze, Grundlagen einer entsprechenden Rezeptionsästhetik Wirkung auf und Ästhetik für die Altersgruppe. Voraussetzung, um für eine derartige Zielgruppe Figurentheater zu inszenieren. Gestaltungsmittel in der Umsetzung der auf diese Altersgruppe zugespitzten Themen. Altersrelevante Themen, literarische Themen, Kommunikation, Wahrnehmung, Mitspiel, Erlebnis, Heranführung an Theater ins besondere beim Figurentheater, ästhetische Erziehung in der Vorschule? Hat das Theater für die Allerkleinsten erzieherischen Auftrag? Wie, was, wo, wann nehmen Kinder dieses Alters am eindrücklichsten Performatives wahr? Wann sind die Apperzeptionen am eindrücklichsten? Wie, was, wann befriedigen Bühnenhandlungen die Kinder und das Elternpublikum am nachhaltigsten? Beobachtung der Kinder, ihr kognitives oder, nonverbales Mitmachen während der Aufführung.
Produktionsästhetische Erörterung - aus der Sicht der Figurentheatermacher.

Drittes Thema

Dramaturgien, Spielformen, Räume, Ausstattungen

Das jeweilige Etablieren von adäquaten Themen für dieser Altersstufe – altersadäquate Dramatik - Erlebnismomente – Ansprechen der Sinne und Gefühle aus der Erlebniswelt von Kindern – lebendiges Material – Personifizierung von Gegenständen in allen performativen Bereichen, wie Bewegung, Tanz, Rhythmus. Implikation der Sichtweisen und die Art der Wahrnehmung dieses frühen Alters – Erläuterung szenischer Arbeitsweisen zu figurativen, motorischen oder haptischen Dramenelementen – Einbeziehung von Eltern und Begleitpersonen - Es soll um die Frage gehen:
Was für Erfahrung, was für ein Wissen und was für künstlerische Fertigkeiten brauchen Figurentheatermacher für ein Theater der Allerjüngsten?

Verantwortlich:

Hochschule Osnabrück, Fakultät Lingen
Institut für Theaterpädagogik
Theaterpädagogisches Zentrum der Emsländischen Landschaft e.V. Lingen

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